Mittwoch, 13. April 2011

Operation gelungen...

... Patient tot.
Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber es fühlt sich derzeit grade so an, als ob ich sterben müsste:
Ich hab höllische Schmerzen - ironischer Weise genau da, wo heute Nachmittag die Betäubungsspritzen gesetzt wurden.
Eigentlich würde ich jetzt grade dieses ganze "der Zeh wacht wieder auf und damit tut es jetzt weh" gerne verschlafen. Aber nachdem ich jetzt schon zweimal vom Telefon wieder geweckt wurde...

Liebste Grüße zum einen an meinen Gatten, der mir mitteilen wollte, dass er heute mal bei Lidl statt bei Penny einkaufen geht. Und zum anderen an meine Schwiegermutter, die sich versichern wollte, dass ihr Laptop bei Regen in einer Plastiktüte, plus Laptoptasche, plus weiterer Tüte drumrum bei ganz starkem Regen ausreichend geschützt ist. (Die beiden müssen irgendwie miteinander verwandt sein! *Augen verdreh*)

... hab ich jetzt beschlossen, aufzugeben und euch eine Runde zu informieren, wie es mir denn jetzt so geht und wie das heute so gelaufen ist.
Also, nachdem ich von der Arbeit zu Hause ankam, hab ich meine Sachen fix zusammen gepackt, was anderes angezogen (bin vorher auf dem Rad ordentlich nass geworden) und mich von meinem ♥-Schweden zum Chirurgen fahren lassen. Ich musste zum Glück nicht lange warten, nach fünf Minuten wurde ich in den Raum für "Spezialbehandlungen" gerufen. Dort hab ich die Sandalen und die eine Socke ausgezogen und mich auf die Liege gelegt. Und ich muss auch echt so ausgesehen haben, wie ich mich fühlte, denn ich wurde mehrfach gefragt, ob alles ok sei. - Ich muss sagen, zu dem Zeitpunkt war nix ok! Ich hätte denen sofort auf Kommando neben die Liege spucken können, weil mir so schlecht war.
Naja, ich hab denen dann erklärt, dass ich eine totale Memme bin, was sowas angeht - und war auch unglaublich beruhigt, dass erst die Schwester, dann eine Ärztin und zu guter Letzt auch noch mein Chirurg mir alle erzählt haben, dass das nix mit Memmen-Sein zu tun hätte, sondern dass sie diese OP auch nicht an sich selbst machen lassen wollten. Toll, oder?!
Dann kam wieder das übliche Problem: Die Betäubungsspritzen... zwei waren gesetzt worden. (Von einer Ärztin, die das wirklich richtig gut kann - ehrlich gemeint! Vor den Spritzen hatte ich nämlich schon den ersten Horror, die waren aber erträglich.) Der Arzt kam und band mir nen Gummischlauch um den Zeh. Und ich hab ihn drauf hingewiesen, dass ich der gespannte Schlauch noch ein Ziepen verursachte. Hm... Daraufhin wurde ich etliche mal in den Zeh gepiekst und folgte dann ein Dialog, so nach dem Motto "Das merken sie jetzt aber nicht mehr." Öhm,  "Dooooooch!"
Worauf ich dann noch zwei weitere Dosen der Lokalanästhesie (Sorry, aber ich muss mal damit angeben, dass ich jetzt durch meine Ausbildung voll die medizinischen Fachausdrücke drauf habe!) verabreicht bekam.
Die anschließende OP war nun nicht sooo angenehm, aber nicht so schlimm wie befürchtet, und nach nicht mal einer halben Stunde habe ich mit einem Riesenverband den Raum wieder verlassen.

Ja, und was macht mein Schatz, während ich in der Folterkammer so leide? Der sitzt draußen auf dem Flur und hält ein Nickerchen. Typisch Mann! *grins*
Wieder zu Hause durfte ich mich dann erstmal über Post freuen, ich hab nämlich eine wundervolle Karte mit guten Besserungswünschen geschickt bekommen. Ich hab mich echt riesig gefreut, weil die Karte richtig schön und SELBSTGEBASTELT ist! Auf den Webseiten der Absenderin habe ich schon so einige Exemplare bewundert und nun hab ich eine eigene geschickt bekommen. *freu*

Vielen lieben Dank dafür nach München!!! Die Karte kam genau richtig!

(Sorry für die schlechte Qualität vom Foto! Meine Cam zickt heute wieder ein bisschen.)

Mittlerweile jedoch liege ich schon seit Stunden (so ab 16 Uhr) hier im Bett. Mein Mann hat mir, bevor er wieder losgedüst ist, alles was ich so brauche (Wasser, meine Tabletten, Laptop, Telefon,...) ins Schlafzimmer geräumt und jetzt grade beginnt die Paracetamol zu wirken, wodurch der Schmerz wieder nachlässt.
Das werde ich dann auch ausnutzen, um noch ein bisschen zu lesen. Vielleicht schaffe ich ja mal ein bisschen mehr, als immer nur zwei Seiten - ich hab noch so einige Bücher hier, die ich auch endlich anfangen möchte.

Ach so, und nur damit ihr mal ne Vorstellung habt:

Das ist ein Bild aus noch "glücklichen Zeiten".
So fing das Drama vor ein paar Wochen an - da nahm ich es noch mit Humor.

Heute sieht der Verband nicht mehr so klein und fluffig, dafür wesentlich professioneller aus:


Mehr dann die nächsten Tage...

1 Kommentar:

Ines hat gesagt…

schicker Verband ;-)